Wer ist hier krank? Plakataktion gegen „Homo-Heilung“

Da hat wieder jemand zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee gehabt: Die Satiregruppe „Travestie für Deutschland (TfD)“ veröffentlichte kürzlich neue Plakate, die mit Titeln wie „Weshalb reparieren, was nicht kaputt ist?“ und „Liebe braucht keine Heilung“ auf das in Deutschland immer noch ausstehende Verbot von „Konversionstherapien“ aufmerksam machen sollen.
Die fiktive Partei TfD, die sich 2016 aus Protest gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck gründete, setzt mit ihrer neuen Aktion nun ein deutliches Zeichen gegen eine homophobe Praxis, die oft auf Druck der Eltern auch an Kinder und Jugendlichen durchgeführt wird und schwerwiegende psychische und gesundheitliche Folgen für die Betroffenen haben kann. Obwohl sich das europäische Parlament im März letzten Jahres für ein Verbot dieser „Therapien“ aussprach, werden sie in den meisten EU-Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, immer noch praktiziert.
Erst im Dezember 2018 hatte der Bund Freier evangelischer Gemeinden eine „Orientierungshilfe“ zum Thema Homosexualität veröffentlicht (SIEGESSÄULE berichtete), in der es unter anderem heißt, „homosexuell geprägte Menschen, die den Versuch einer Veränderung ihrer sexuellen Orientierung anstreben, sollten sich einem professionell begleiteten therapeutischen Prozess stellen“. Der LSVD und der Grünen-Politiker Volker Beck verurteilten die Broschüre als homophob und „unbarmherzig“.
An der TfD-Plakatkampagne beteiligen sich Dragqueens wie Jurassica Parka oder Betty BücKse. In einem Facebookpost zur Aktion fragt letztere: „Wenn das erzkatholische Malta einstimmig ein Totalverbot von Konversionstherapien beschließt, weshalb kann Deutschland das nicht?“ Denn Homosexualität ist keine Krankheit – aber: „Homophobie ist heilbar“, wie auf einem der Plakate der TfD zu lesen ist.
Hannah Geiger
Alle Plakate der Kampagne findet ihr auf dem Facebook-Auftritt der Travestie für Deutschland
Online-Petition:
Verbot von Conversion Therapy („Homo-Heilung“) in Deutschland - JETZT!

© Steven P. Carnarius
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