„Ich will alles (oder nichts)" – Hildegard Knef auf der großen Leinwand

Das Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ ist zu Hildegard Knefs Markenzeichen geworden. Eine Zeile lautet „Ich will alles (oder nichts)“ und wurde zum Titel der Doku von Luzia Schmid über die Ikone
Ruhelos und wechselhaft waren Leben und Karriere von Hildegard Knef. Unglaublich erfolgreich – und umso deprimierender, wenn es schlecht lief. In ihrer Doku „Ich will alles. Hildegard Knef“ folgt Regisseurin Luzia Schmid dem Lebenslauf der deutschen Ikone in klug ausgewählten Interview- und Konzertausschnitten.
So entsteht ein dichtes Porträt des Stars. Knefs Erfolge, Pleiten, alle Ups and Downs, die sie auch immer gern öffentlich verhandelt hat. All das hat sie, neben ihrem unfassbaren Talent, zur Legende gemacht. Und wo Knef ist, ist auch immer Zeitgeschichte spürbar. Von den Probeaufnahmen bei der UFA über den ersten Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“, da war sie gerade mal 21, bis zum Skandalf ilm „Die Sünderin“ mit 26 und zuletzt eine kurze Szene aus Billy Wilders „Fedora“ ...
„Ich habe oft Filme mit großen Regisseuren gemacht, denen man schlechte Filme gar nicht zugetraut hätte. Aber dann machten sie den schlechten mit mir.“
Die Triumphe am Broadway in „Silk Stockings“ bleiben nicht ausgespart, auch nicht die Durststrecke in Hollywood, als keiner sie mehr besetzen wollte. Die Knef konnte sich am besten selbst erklären, was sie wortgewandt und oft auch schonungslos tat. Zum Beispiel: „Ich habe oft Filme mit großen Regisseuren gemacht, denen man schlechte Filme gar nicht zugetraut hätte. Aber dann machten sie den schlechten mit mir.“ Nicht zuletzt ihre Stehauf-Eigenschaften und Durchhaltelieder machten sie zum Liebling der queeren Szene. Aber auch ihre durchaus emanzipierte Rolle in der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
Futter für die Boulevardpresse
Luzia Schmid hat für ihr Knef-Porträt Archivmaterial aus sechs Jahrzehnten ausgewertet. Natürlich sind viele Bilder bekannt, aber wiedergesehen und ergänzt durch so viele selbstbeschreibende Aussagen malen sie ein großes Bild der Einzigartigen. Ihre Selbstreflektiertheit und messerscharfe Analyse der gesellschaftlichen Gegebenheiten sind erstaunlich. Dabei beherrschte Knef auch die Klaviatur der Regenbogenpresse wie kaum jemand.
Egal ob Schwangerschaft, Krebs, Schönheitsoperation, alles musste raus. Die Medien bekamen immer Futter. Diese ungewöhnliche Dokumentation wird durch Interviews mit Knefs Tochter Christina, mit Paul von Schell sowie einigen Passagen aus Knefs Büchern, die von Nina Kunzendorf gelesen werden, abgerundet.
Ich will alles. Hildegard Knef,
D 2025,
Regie: Luzia Schmid,
Ab 03.04. im Kino
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